Die SEC stellt den Rahmen „Regulation Crypto Assets“ vor, der Krypto-Start-ups die Kapitalbeschaffung erleichtern soll
Der Vorschlag würde bestimmten Kryptowährungsemittenten neue Ausnahmeregelungen und einen „Safe Harbor“ für Token gewähren, während der Kongress darum ringt, den CLARITY Act voranzubringen.
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Die US-Börsenaufsichtsbehörde (Securities and Exchange Commission, SEC) hat die „Regulation Crypto Assets“ vorgeschlagen, einen neuen Rechtsrahmen, der bestimmten Krypto-Projekten klarere Wege zur Kapitalbeschaffung im Rahmen des Bundeswertpapierrechts eröffnen soll.
Die Kommission verabschiedete den Vorschlag im Rahmen einer „seriatim“-Abstimmung, d. h., die Kommissionsmitglieder stimmten einzeln außerhalb einer öffentlichen Sitzung ab. Der Vorschlag sieht zwei maßgeschneiderte Ausnahmeregelungen für Investitionsverträge im Zusammenhang mit Krypto-Assets vor.
Die erste würde es einem Emittenten ermöglichen, über einen Zeitraum von vier Jahren bis zu 5 Millionen US-Dollar zu beschaffen. Die zweite würde Angebote von bis zu 75 Millionen US-Dollar innerhalb eines beliebigen Zeitraums von zwölf Monaten zulassen. Beide würden prinzipienbasierte, beschreibende Offenlegungen für Anleger erfordern. Der Betrag von 5 Millionen US-Dollar bezieht sich auf den gesamten Vierjahreszeitraum und nicht auf 5 Millionen US-Dollar pro Jahr.
Die umfassendere Ausnahmeregelung würde zudem Jahresabschlüsse und eine laufende Berichterstattung erfordern. Die Bestimmungen der Bundeswertpapiergesetze zur Betrugs- und Manipulationsbekämpfung würden weiterhin gelten.
Ein vorgeschlagener Safe Harbor für Krypto-Vermögenswerte
Die „Regulation Crypto Assets“ würde zudem einen bedingten Safe Harbor einführen, der regelt, wann ein Krypto-Asset nicht mehr unter einen Anlagevertrag fällt.
Gemäß dem Vorschlag könnte ein Emittent eine Krypto-Anlage letztendlich von dem damit verbundenen Anlagevertrag trennen, sofern die Bedingungen der Safe-Harbor-Regelung erfüllt sind. Das Konzept baut auf der gemeinsamen Auslegung der SEC und der Commodity Futures Trading Commission vom März 2026 auf, in der erläutert wurde, wie ein Krypto-Asset, das selbst kein Wertpapier ist, Gegenstand eines Anlagevertrags werden kann und wie diese Beziehung beendet werden kann.
Die Auslegung vom März schuf zudem eine Taxonomie, die digitale Rohstoffe, digitale Sammlerstücke, digitale Tools, Stablecoins und digitale Wertpapiere abdeckt, und ging dabei auf Bereiche wie Airdrops, Protocol Mining, Staking und Wrapping ein.
Atkins stellt Vorschlag als grundlegende Neugestaltung der Kapitalbildung dar
SEC-Vorsitzender Paul Atkins beschrieb den Vorschlag als einen Versuch, eine seit langem bestehende Frage für Krypto-Unternehmer zu beantworten: Wie kann ein Team Kapital beschaffen, um ein Netzwerk zu entwickeln, während sich dieses Netzwerk noch im Aufbau befindet?
Atkins betonte, dass die Kommission die Arbeit des Kongresses am „Digital Asset Market Clarity Act“ unterstütze, argumentierte jedoch, dass die SEC im Rahmen ihrer bestehenden gesetzlichen Befugnisse handeln könne, während der Gesetzgeber die Verhandlungen fortsetze.
Er sagte außerdem, das Rahmenwerk könne dazu beitragen, die Anreize für Krypto-Unternehmen zu verringern, ins Ausland abzuwandern, und die Vereinigten Staaten zu einem attraktiveren Standort für die Krypto-Entwicklung machen.
Kommissarin Hester Peirce unterstützte den Vorschlag ebenfalls und bezeichnete ihn als einen Schritt hin zu Regeln, die Entwickler verstehen und befolgen können. Sie hob die Ausnahmeregelung für Start-ups in Höhe von 5 Millionen Dollar, die Ausnahmeregelung für Kapitalbeschaffungen in Höhe von 75 Millionen Dollar und den bedingten „Safe Harbor“ als Teil einer umfassenderen Bemühung hervor, klarere Regeln für Krypto-Angebote zu schaffen.
Peirce warnte zudem, dass der Rahmen nicht für jedes Geschäftsmodell geeignet sein werde, und forderte die Öffentlichkeit auf, während der 60-tägigen Kommentierungsfrist Stellungnahmen einzureichen.
Vorschlag kommt, während der CLARITY Act ins Stocken gerät
Die Maßnahme der SEC erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der Kongress weiterhin über den CLARITY Act debattiert, der einen umfassenderen gesetzlichen Rahmen für die Marktstruktur digitaler Vermögenswerte schaffen soll.
Dem Senat gelang es nicht, den Gesetzentwurf vor seiner Sommerpause im August voranzubringen, sodass die SEC nun mit regulatorischen Änderungen voranschreitet, während sich die Gesetzgeber weiterhin in einer Pattsituation befinden. Senatorin Cynthia Lummis hat angedeutet, dass der Senat am 15. September, wenn die Abgeordneten zurückkehren, über den Gesetzentwurf abstimmen wird.
Die politische Unsicherheit hat die Erwartungen hinsichtlich einer Verabschiedung geschwächt. Polymarket schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass die Gesetzgebung zur Marktstruktur für Krypto-Vermögenswerte im Jahr 2026 in Kraft tritt, derzeit auf 21 % – ein Rückgang gegenüber 80 % im Januar.

Der Schritt der SEC folgt zudem auf die Entscheidung der Behörde, eine für den 14. August angesetzte Sitzung zur Erörterung von Regelungsvorschlägen im Zusammenhang mit Kryptowährungen zu verschieben. Die Kommission brachte die „Regulation Crypto Assets“ schließlich am 18. August voran.
Präsident Donald Trump wird voraussichtlich heute, am 19. August, im Weißen Haus mit führenden Vertretern aus den Bereichen Kryptowährungen, Prognosemärkte, künstliche Intelligenz und traditionelles Finanzwesen zusammentreffen. SEC-Vorsitzender Atkins und der amtierende CFTC-Vorsitzende Michael Selig werden voraussichtlich daran teilnehmen.
Die SEC nimmt 60 Tage lang öffentliche Stellungnahmen entgegen, nachdem der Vorschlag im „Federal Register“ veröffentlicht wurde.
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