Krypto-Projekte verlagern ihren Fokus von Token auf Eigenkapital, während KAST und Claynosaurz die traditionellen Vorgehensweisen in Frage stellen
Zwei namhafte Krypto-Projekte möchten nun, dass die Nutzer am Unternehmen beteiligt werden, anstatt sich auf das herkömmliche Token-Modell zu stützen.
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Es scheint eine Veränderung im Krypto-Zeitgeist gegeben zu haben, da sowohl die Neobank KAST als auch die NFT-IP-Marke Claynosaurz Pläne angekündigt haben, ihre Communities mit Unternehmensanteilen zu belohnen, anstatt den gewohnten Weg der Einführung von Token zu beschreiten.
Diese rasche Abfolge von Ankündigungen könnte einen wichtigen Wandel für Krypto-Projekte bedeuten, die bereits als umsatzgenerierende Unternehmen agieren. Nach jahrelanger Kritik daran, dass Token-Inhaber oft nicht vom Geschäftserfolg profitieren, scheinen einige Gründer nun bereit zu sein, Anreize für die Community direkt an Unternehmensbeteiligungen zu knüpfen.
KAST plant, Punkte in Unternehmensanteile umzuwandeln
Gestern, am 2. Juli, informierte KAST Nutzer mit nennenswerten Punktguthaben per E-Mail darüber, dass das Unternehmen beabsichtige, diese Punkte in tokenisierte Unternehmensanteile oder ein ähnliches, an das Unternehmen gebundenes Instrument umzuwandeln, anstatt einen herkömmlichen Token auf den Markt zu bringen. Das Unternehmen will im vierten Quartal weitere Details bekannt geben.
Laut der E-Mail haben die Investoren bereits zugestimmt, Eigenkapital für Community-Mitglieder bereitzustellen. KAST plant derzeit, eine Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle, SPV) einzusetzen, um die Zuteilung von Eigenkapital an die Punktguthaben der Nutzer abzubilden, während das Unternehmen die erforderlichen rechtlichen und regulatorischen Vorkehrungen trifft.
Das Unternehmen erklärte, dass Nutzer mit geringeren Guthaben stattdessen von Funktionen wie Einlösungen für Ausgaben, Verbrennungsmechanismen und regelmäßigen Rückkäufen profitieren könnten.
Raagulan Pathy, Mitbegründervon KAST, gab später bekannt, dass die 100 führenden Nutzer der Plattform jeweils über mehr als 1 Million Punkte verfügen, während fast 10.000 Nutzer mindestens 10.000 Punkte angesammelt haben.
Er betonte zudem, dass KAST niemals Token oder zukünftige Token-Vereinbarungen an Investoren verkauft habe; die Nutzer würden Punkte ausschließlich durch die Nutzung der Plattform verdienen. Laut Pathy plant das Unternehmen, den Nominalwert dieser Punkte unter Verwendung des zuletzt von Investoren gezahlten Preises in ein aktiengebundenes Instrument umzuwandeln. Er fügte hinzu, dass die Zuteilung an die Community nach Verwässerung über die Cap-Tabelle des Unternehmens hinweg einen Aktienpool im fast neunstelligen Bereich darstellt.
Claynosaurz zieht schnell nach
Nur wenige Stunden später kündigte Claynosaurz eine ähnliche Initiative an. Die auf Solana ansässige IP- und Unterhaltungsmarke gab bekannt, dass sie 15 % ihrer Aktienoptionen für berechtigte Inhaber innerhalb des Ökosystems reserviert hat. Das Projekt wird nächste Woche einen Zuteilungs-Checker sowie weitere Informationen zur Berechtigung veröffentlichen.
Mitbegründer und Chief Creative Officer Nicholas Cabana erklärte, die Entscheidung sei Ausdruck der jahrelangen Unterstützung durch Sammler und Community-Mitglieder, die durch Kunstwerke, Veranstaltungen, Weiterempfehlungen, Feedback und die Erstellung von Inhalten zum Wachstum der Marke beigetragen hätten.
Er räumte ein, dass das Anbieten von Anteilen die Überwindung rechtlicher und regulatorischer Hürden erfordert, argumentierte jedoch, dass Communities, die zur Wertschöpfung beitragen, die Möglichkeit haben sollten, an diesem Wert teilzuhaben.
Eine wachsende Diskrepanz zwischen Umsatz und Token
Die Ankündigungen befassen sich mit einem Problem, das im gesamten Kryptobereich zunehmend sichtbar geworden ist. Die meisten Token gewähren ihren Inhabern keinen direkten Anspruch auf Unternehmensumsätze oder Cashflows. Regulatorische Unsicherheiten im Zusammenhang mit Wertpapiergesetzen haben viele Projekte dazu veranlasst, das operative Geschäft von ihren Token zu trennen. Infolgedessen erzielen Unternehmen oft beträchtliche Umsätze, während Token-Inhaber nur wenig direkten wirtschaftlichen Nutzen daraus ziehen.
Diese Kluft hat sich im Laufe des letzten Jahres vergrößert.
Hyperliquid sticht als seltene Ausnahme hervor. Die Perps-DEX hat mehr als 1,1 Milliarden US-Dollar Umsatz generiert, während ihr $HYPE-Token die Erwartungen ebenfalls deutlich übertroffen hat.
Bei vielen anderen Projekten sieht die Lage anders aus. Das Memecoin-Launchpad pump.fun hat kumulierte Umsätze von mehr als 1 Milliarde US-Dollar erzielt, doch der $PUMP-Token hat zu kämpfen und notiert nun über 60 % unter seinem ICO-Preis von 0,004 US-Dollar – obwohl das Launchpad bisher Einnahmen für den Rückkauf und das Verbrennen von Token im Wert von über 400 Millionen US-Dollar verwendet hat. Auch Jupiter hat eines der größten Unternehmen im Kryptobereich aufgebaut, doch sein $JUP-Token konnte diesen operativen Erfolg nicht widerspiegeln.
Könnten weitere Projekte folgen?
KAST und Claynosaurs könnten einen ersten Einblick in ein alternatives Modell für Krypto-Anreize bieten.
Projekte, die bereits traditionellen Unternehmen ähneln – mit zentralisierten Teams, wiederkehrenden Einnahmen und etablierten Produkten –, könnten Beteiligungsstrukturen leichter rechtfertigen als eigenständige Token, die Schwierigkeiten haben, geschäftlichen Wert zu generieren.
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